Sport und Bewegung spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Regelmäßige körperliche Aktivität kann die motorischen Symptome wie Zittern, Steifheit und Bewegungsverlangsamung verringern. Zudem fördert Bewegung das Gleichgewicht, die Koordination und die Muskelkraft, wodurch das Sturzrisiko gesenkt wird.
Darüber hinaus wirkt sich Sport positiv auf die geistige Gesundheit aus: Er kann Depressionen und Angstzustände lindern, die bei Parkinson häufig auftreten. Auch die kognitiven Funktionen und die allgemeine Lebensqualität verbessern sich durch regelmäßige Bewegung. Besonders hilfreich sind Aktivitäten wie Gehen, Tanzen, Tai-Chi, Yoga und Krafttraining.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Bewegung die Dopaminproduktion im Gehirn anregen kann, was den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen könnte. Daher wird Betroffenen empfohlen, Sport frühzeitig in den Alltag zu integrieren, um die Symptome langfristig zu mildern und ihre Selbstständigkeit zu erhalten.
In all den Jahren, in denen ich mit Parkinson-Betroffenen arbeite, habe ich immer wieder gehört, dass Ärzte ihren Patienten vom Sport abraten. Das macht mich fassungslos. Jeder, der sich ernsthaft mit Parkinson auseinandersetzt, weiß, dass Bewegung und Sport – neben der medikamentösen Behandlung – entscheidend sind, um die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Jeder Tag ohne Bewegung ist ein Schritt näher an zunehmende Einschränkungen. Deshalb meine dringende Empfehlung: Suchen Sie sich einen Arzt, der auf Parkinson spezialisiert ist und die Bedeutung von Sport in der Therapie erkennt.
Eine häufig gestellte Frage ist, ob der Besuch eines Fitnessstudios für Menschen mit Parkinson empfehlenswert ist. Meine Antwort darauf lautet immer:
Ja, aber…!
Krafttraining spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Besonders der Aufbau rumpfstabilisierender Muskeln – also Rücken, Gesäß, Bauch und Beine – ist wichtig, um das Sturzrisiko zu minimieren und Verletzungen vorzubeugen. Zudem verbessert Krafttraining die Körperhaltung, reduziert Muskelsteifheit, wirkt positiv auf die Dopaminregulation und verlangsamt den Rückgang der motorischen Fähigkeiten.
Aber Achtung!
Bevor Sie mit Krafttraining beginnen oder ein Fitnessstudio besuchen, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren. Sport kann die Wirkung Ihrer Medikation beeinflussen und möglicherweise Anpassungen erforderlich machen.
Ist jedes Fitnessstudio geeignet?
Definitiv nein! Hier gilt: Billig ist nicht immer gut. In vielen Discount-Studios wird am Personal und an der individuellen Betreuung gespart. Suchen Sie stattdessen ein Studio, das auf rehabilitatives Training ausgerichtet ist und gut qualifizierte Trainer beschäftigt, die vielleicht auch Erfahrung mit Parkinson haben.
Wie oft sollte man Krafttraining betreiben?
Nicht täglich – denn wir sind keine Profisportler und wollen auch nicht auf die Wettkampfbühne. Zwei Einheiten pro Woche (30-60 Minuten, je nach Fitnesslevel) sind völlig ausreichend, da zusätzlich oft noch Termine für Ergotherapie, Osteopathie oder Physiotherapie anstehen. Ein Zuviel an Training kann schnell zur Überlastung führen – deshalb ist eine gute Balance entscheidend.
Grundsätzlich gilt: Jede Bewegung, die zur Verbesserung von Stabilität, Gleichgewicht, Koordination und Beweglichkeit beiträgt, ist sinnvoll.
Allerdings kommt es – wie bereits erwähnt – auf die richtige Dosierung an. Bewegung sollte immer an die individuellen Fähigkeiten und Grenzen des Betroffenen angepasst werden. Mit fortschreitenden Einschränkungen können bestimmte Sport- oder Bewegungsformen geeigneter oder weniger geeignet sein. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, welche Aktivitäten sicher und effektiv bleiben, um Überlastung oder Verletzungen zu vermeiden.
Propriozeptives Training verbessert die Körperwahrnehmung, das Gleichgewicht und die Koordination – entscheidende Faktoren für Menschen mit Parkinson. Da die Krankheit häufig mit Gangunsicherheiten und Sturzrisiken einhergeht, hilft dieses Training, die Tiefensensibilität zu schulen und die Reaktionsfähigkeit des Körpers zu steigern.
Durch Übungen auf instabilen Untergründen, Einbeinstand oder gezielte Balance- und Koordinationsaufgaben lernt das Nervensystem, Bewegungen besser zu steuern. Dies kann dazu beitragen, Stürze zu vermeiden, die Haltung zu stabilisieren und die allgemeine Mobilität zu verbessern.
Regelmäßiges propriozeptives Training ist daher eine wertvolle Ergänzung zur Therapie und sollte idealerweise unter Anleitung erfahrener Trainer oder Therapeuten erfolgen.
Tanzen ist eine der schönsten und effektivsten Bewegungsformen für Menschen mit Parkinson. Es verbessert nicht nur die Koordination, das Gleichgewicht und die Beweglichkeit, sondern fördert auch die Motorik und hilft, das Sturzrisiko zu reduzieren. Die rhythmischen Bewegungen können zudem die Dopaminproduktion positiv beeinflussen und Muskelsteifheit verringern.
Doch Tanzen ist mehr als nur Therapie – es bringt Freude! Die Musik, die sozialen Kontakte und die fließenden Bewegungen sorgen für gute Laune und ein Gefühl der Leichtigkeit. Ob Paartanz, Tango, Walzer oder freies Tanzen – das Wichtigste ist, sich zu bewegen und Spaß dabei zu haben.
Yoga ist eine hervorragende Ergänzung zur Therapie bei Parkinson. Die sanften Dehn- und Kräftigungsübungen verbessern die Beweglichkeit, reduzieren Muskelsteifheit und fördern das Gleichgewicht, wodurch das Sturzrisiko verringert wird. Gleichzeitig stärkt Yoga die Körperhaltung und unterstützt die Koordination.
Neben den körperlichen Vorteilen wirkt Yoga auch positiv auf die mentale Gesundheit: Atemtechniken und Meditation helfen, Stress und Angst zu reduzieren, die Konzentration zu fördern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Regelmäßiges Yoga kann somit dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Nordic Walking ist eine gelenkschonende Sportart, die besonders für Menschen mit Parkinson zahlreiche Vorteile bietet. Durch den Einsatz der Stöcke wird nicht nur die Bein-, sondern auch die Armmuskulatur aktiviert, was die Beweglichkeit fördert und die Koordination verbessert. Zudem unterstützt das rhythmische Gehen das Gleichgewicht und reduziert das Sturzrisiko – ein häufiges Problem bei Parkinson.
Studien zeigen, dass regelmäßiges Nordic Walking die Gangstabilität, Ausdauer und sogar die Stimmung positiv beeinflussen kann. Gleichzeitig fördert die Bewegung an der frischen Luft das allgemeine Wohlbefinden. Deshalb ist Nordic Walking eine ideale Ergänzung zur Parkinson-Therapie und hilft Betroffenen, ihre Mobilität und Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.
Uwe Köhler
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